Eine Puppe braucht Hilfe – Teil 2

Jetzt sind die letzten benötigten Sachen für die Neugestaltung des Stoffkörpers eingetroffen. Die Stoffe, das Füllmaterial und die Watte sind bei 30 Grad waschbar. Zwar wird die Puppe nicht in die Waschmaschine gesteckt, doch bei Herstellung eines Teddys oder anderen Kleinigkeiten wäre die Möglichkeit zum Waschen gegeben. Endlich kann es losgehen.
Hier noch einmal Bilder über die zu verwendenden einzelnen Teile.

Vorderteil
Ärmel und zweiteiliges Rückenteil
Unteres Rückenteil sowie Halsdurchzug
Heißleimgerät, Textilkleber und das Skelett
Baumwollstoff, Kunststoffgranulat für die Gewichtung und die Bastelwatte

Aus dem Inlettstoff sind die benötigten Einzelteile zugeschnitten. Allerdings habe ich aus dem zweiteiligem Rückenteil nun ein dreiteiliges angefertigt. Das obere Rückenteil musste zusätzlich geteilt werden, damit sich das Skelett für die Positionierung einfügen lässt. Die beiden Oberteile des rückwärtigen Stoffes habe ich anschließend nur im unteren Teilbereich zusammen genäht. Daran dann das untere Teilstück mit dem Po- und Beinbereich angenäht. Im Po-Bereich habe ich einen kleinen Abnäher eingefügt, damit sich die Ausfüllung besser gestalten lässt. Das Rückenteil ist fertig.

Weiter geht es mit dem Zusammennähen des Vorder- und Rückenteiles für den Stoffkörper. Dabei ist als erste Naht die innere Beinnaht erfolgt. Anschließend sind die beiden Seitennähte ausgeführt worden. Hierbei ist es nicht ganz leicht den Stoffkörper einigermaßen beidseitig gleich zu nähen, weil die Stoffzugabe in einer bogenförmigen Ausweitung des Rückenteiles mit einem fasst nicht ausweitenden Vorderteil in Einklang zu bringen ist. Die Schulternähte sind ebenfalls geschlossen worden. Nun ist der Stoffkörper schon weitestgehend fertig und es ergibt sich ein guter Anblick auf die spätere Ausformung des fertigen Körpers.

Vordere Ansicht des Stoffkörpers. Er ist noch auf links.
Rückwärtige Ansicht

Anschließend beginnt die Arbeit zur Einarbeitung des Skelettes für die Positionierung der Puppe. Dazu wird der Bereich des Rückens zwischen den Arm- und Beinansatz mit Stoff umwickelt. Am Anfang des Umwickeln wird er an die beweglichen Glieder punktuell angeklebt und am Ende werden die Stofflagen von Hand zusammen genäht. Nun sind die ersten Arbeiten auch an diesem Bauteil fertig.

Umwickeltes Skelett

Weiter geht es mit dem Zusammenfügen von Skelett und den Beinen aus Keramik. Dieses lies sich leichter ausführen als zu Beginn gedacht. In die Füße Watte eingesteckt, anschließend die Enden des Skelettes und noch einmal mit Watte aufgefüllt. Als Abschluss ist Heißleim aufgetragen worden. Jetzt wird der Übergang mit Watte aufgefüllt, so dass ein gleichmäßiger Übergang zu den umwickelten Beinen entsteht. Nachdem die Füße angebracht worden sind, wird der Stoffkörper auf links gezogen über die Füßchen gestreift und die Beinenden bis über die Befestigungsrille der Füße gezogen. Nun wird der Draht eingelegt und verdreht. Passt der Stoff ringsherum, wird der Draht endgültig fest gedreht. Nun wird der Stoffkörper über die Puppe auf recht Stoffseite nach außen umgekrempelt. Nun sind die Bereiche der Beine, wo noch Watte eingestopft werden kann, aufgefüllt worden.

Weiter geht es mit dem Po. Hier habe ich nun je Seite einen kleinen Kniestrumpf mit Füllmaterial in Höhe von 50 Gramm positioniert. Der Rest des Freiraumes ist mit Watte aufgefüllt worden. Danach erfolgte eine erste Sitzprobe. Nun kann sie im Gegensatz zu vorher mit abgewickelten Beinen sitzen. Also eine natürliche Positionierung auf einem Stuhl ist jetzt möglich.

Die beiden Gewichtungssäckchen

Nach der Sitzprobe ist die Naht von Hand mit einem Blind- oder Matratzenstich geschlossen worden. Damit sich später die Wirbelsäule abbilden kann, wird der Stoff an das mit Stoff umwickelte Skelett angenäht. Jetzt erfolgt die Füllung des Oberkörpers. Die beiden Arme aus Keramik sind mit der gleichen Weise wie die Beine befestigt worden.
Es fehlt nur noch das Stoffstück zwischen dem Keramikarm und dem Stoffkörper. Dieses Armteil ist am Befestigungsende umsäumt für den Durchzug des Drahtes. Das oberen Ende ist mit einem Blindstich nach Auffüllen mit Watte am Stoffkörper angenäht worden. Fehlt noch die Anbringung des Kopfes. Die Schulterbereiche sind mit Watte ausgefüllt worden bevor der Kopf in die Halsöffnung eingesetzt worden ist. Ebenso ist ein kleiner Kabelbinder für die Kopfbefestigung eingezogen worden. Nun erfolgt die Positionierung des Kopfes und die Befestigung. Jetzt ist die Puppe wieder komplett fertig.

Sie steht alleine ohne Ständer. Ein Blick auf ihre Rückansicht.
So sieht sie von vorne aus.
Hier winkt sie in sitzender Haltung.

Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, denn es war das erste Mal, dass eine Puppe zerlegt und wieder neu gestaltet worden ist. Dieses hat nicht nur mir, sondern auch meinem Mann gefallen, der mich dabei unterstützt hat.

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