Eine Puppe braucht Hilfe

Die kleine Keramik-Puppe ruft nach Hilfe. Sie hat ein Problem.
In ihrer Bekleidung kann man jedoch nichts sehen. Alles noch in Ordnung. Doch bereits beim Öffnen des Kleides kommt die Schwierigkeit zum Vorschein. Ist ihr doch der Stoffkörper an der Schulternaht aufgerissen.

„Wie kann ihr geholfen werden?“, fragte ich. „Zum Puppendoktor muss sie wohl!“, riefen alle anderen Puppen im Chor. „Da schaue ich mal, ob es mir nicht auch gelingt. So gerne geht sie nicht aus dem Haus.“, sagte ich den Kindern des Kindergartens Fliegenpilz.

Damit habe ich mir wohl einiges eingebrockt. Zunächst steht die Suche nach einem neuen Stoffkörper an. Also los… ins Internet und im Bereich Zubehör für Rebornpuppen nach einem passenden Ersatz gesucht. Jedoch ist keiner dabei, der so lange Stoffbeine hat, wie sie nötig sind.

Weitere Idee: Anrufen bei einer Rebornerin in der Nähe, die auch einen Webshop für Rebornpuppen betreibt. Die Hoffnung auf einen passenden Stoffkörper hat sich dabei zerschlagen. Die gibt es so nicht.

Jetzt heißt es also selbst ist die Frau. Welchen Stoff nimmt man am besten, wo bekommt man diesen, stellten sich die Fragen ein. Da der Stoff eine hohe Festigkeit haben soll, sich möglichst nicht dehnen darf, weil er fest gestopft werden muss, kam als Einkaufsquelle der Stoffladen in die Diskussion. Als weitere Möglichkeit ein Betten- und Gardinengeschäft, in der Hoffnung dort Inlettstoff erhalten zu können. Dieses liegt als erstes auf dem Weg und mit der Keramikpuppe im Gepäck ging es los.

Auf ins Betten- und Gardinengeschäft, den kaputten Puppenstoff gezeigt, den Wunsch nach Inlettstoff für den Puppenkörper vorgetragen und…. das Angebot zum Erwerb eines Kisseninletts für Daunenfüllung erhalten. Auch noch einen Qualitätsvergleich mit Leinenstoff bezüglich der Dehnungsfähigkeit gezeigt bekommen. Dazu zwei große Stücke Reststoffe für Näh- bzw. Bastelsachen erhalten, sowie das Angebot, das ich mich bei Bedarf melden kann und dann würde mir ein ganzer Korb Reststücke zusammen gestellt. Ein absoluter Volltreffer!

Wieder zurück und auf ans Werk. Das Lösen der Bindungen stellte sich schon nicht so ganz einfach dar. Es ist ein Bündel von einzelnen Fäden zu durchtrennen bis sich die Beine und Arme vom Stoffkörper lösten. Am Hals ließ sich der Kabelbinder  leicht entfernen.

Fadenschnüre

Das war an Überraschungen allerdings nur der Anfang. Beim vorsichtigen Auftrennen des Stoffes kam dann ein Anblick auf den Inhalt des Stopfmaterials sowie der Qualität der Einfassungen an den Einbindestellen. Sie sind nur eingeschlagen gewesen. Nur an der Halsbefestigung ist ein Durchzug für den Kabelbinder angenäht gewesen. An den Armen und Beinen war der Stoff nur umgeschlagen worden.

Halsbefestigung und Ärmel
Stopfinhalt
Stopfinhalt Bein
Stopfkörper von oben

Weiter geht es mit dem vorsichtigen Auftrennen, denn der alte Stoff dient als Schnittmuster für den neuen Stoffkörper. Wie es aussieht wird auch dieses nicht leicht, denn der Stoff zeigt einige seitliche Ungleichheiten. Jedes Teil ist beschriftet worden, damit nach dem Neuzuschnitt das Zusammennähen erleichtert wird.

ungleicher Schnitt vorne
die Rückseite

Soweit der erste Bericht zu der kleinen Puppe.

Hätte sie nicht so ein ansprechendes Gesicht, würde sich der Aufwand gar nicht lohnen. Entsprechend dem Kaufpreis wäre es günstiger sie neu zu kaufen. Die Kosten in eine höherwertige Aufarbeitung mit vernünftigem Stoffkörper, mit Polyester-Füllwatte, ist es mir jedoch wert.

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