Contergan – Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) gegen die Bundesrepublik und beim Bonner Landgericht

In der TAZ vom 09.08.2010 gibt es einen neuen Bericht mit der Überschrift: Die Wunde bleibt offen.
Daraus entnommen folgende Zitate (zur Erhaltung des Zusammenhanges bei Versagen des Links) :

Bis heute kämpfen Contergan-Geschädigte für ihre Rechte. Dafür klagen sie jetzt auch vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof.

Contergan, das Wort steht für den größten bundesrepublikanischen Arzneimittelskandal – und für einen Umgang damit, den viele Geschädigte bis heute als skandalös empfinden. Deshalb wollen einige von ihnen Ende August vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) Klage gegen die Bundesrepublik einreichen.

Bereits am 22.07.2010 berichtet Focus-Online über eine Klage vor dem Bonner Landgericht.
Daraus entnommen folgende Zitate (zur Erhaltung des Zusammenhanges bei Versagen des Links) :

Zum ersten Mal fordert ein Conterganopfer Schadenersatz von der Bundesregierung: Der Staat habe damals versagt, argumentiert der Kläger.

„Der Staat hat es damals unterlassen, Arzneimittelproduktion und -vertrieb zu kontrollieren“, sagte der Kläger Otmar Korte, der selbst als Anwalt arbeitet. Der „symbolische Streitwert“ betrage 5001 Euro. Nach Kortes Einschätzung wird im Zusammenhang mit Contergan zum ersten Mal die Bundesrepublik verklagt. Das Bonner Landgericht bestätigte am Donnerstag den Eingang der Schrift.

Otmar Korte argumentiert, Deutschland hätte nach den Römischen Verträgen 1957 zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft sofort ein Arzneimittelgesetz schaffen müssen. Dieser Verpflichtung sei das Land nicht nachgekommen. Im Rahmen seiner Schutz- und Fürsorgepflicht hätte der Staat die Arzneimittelüberwachung ausüben müssen. Erst seit dem Arzneimittelgesetz von 1976 müssen die Hersteller nachweisen, dass ihre Mittel helfen und ungefährlich sind.

Die Berichterstattung werde ich mit großer Aufmerksamkeit verfolgen! Bin ja auch davon betroffen.
Wünsche den Klagenden viel Erfolg und endlich einen umfassenden Anspruch auf Durchsetzung der Rechte und Ansprüche mit einem Grundsatzurteil!

Hoffentlich enden die beiden Prozesse nicht wie der erste Zivilprozess.
Hier einmal ein Link zu einem pdf, welches kurz und knapp auf Seite 3 meine Befürchtungen auf die Vermeidung eines Grundsatzurteiles nennt.

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