Die Wahl des neuen Bundespräsidenten Christian Wulff

Die Bundesversammlung hat die Wahl des neuen Bundespräsidenten hinter sich gebracht. Aber wie?

Nach drei Wahlgängen ist mit absoluter Mehrheit, wo die einfache Mehrheit ausgereicht hätte, endlich die Entscheidung gefallen. Der neue Bundespräsident heißt: Christian Wulff.

Von 12 Uhr am Mittag bis zum Schluss um 21.15 Uhr eine lange Zeit.
Der erste interessanteste Moment kam bei der Bekanntgabe des Wahlergebnisses nach dem ersten Durchgang. Wer von den Kandidaten hatte die erforderliche absolute Mehrheit erreicht, Christian Wulff oder Joachim Gauck oder Luc Jochimsen oder Frank Rennicke?
Ergebnis: keiner von ihnen hatte die erforderliche Mehrheit auf sich vereinigen können.

Damit stand fest, es gibt einen zweiten Wahlgang.
Auch hier wieder angespanntes Abwarten auf die Bekanntgabe.
Das Ergebnis: wieder konnte keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit auf sich vereinigen. Allerdings erreichte Christian Wulff in diesem Wahlgang mehr Stimmen als im ersten. Aber es fehlten immer noch mindestens 8 Stimmen, um die Wahl zu gewinnen.

Also ist ein dritter Wahlgang erforderlich geworden. Vor der Stimmabgabe gab es jedoch eine längere Unterbrechung. Noch einmal gab es in den Fraktionen die Ansprache an die Wahlfrauen und Wahlmänner.
Vor dem dritten Wahlgang zogen jedoch die Kandidatin Luc Jochimsen und der Kandidat Frank Rennicke ihre Kandidatur zurück. Damit erhöhte sich die Spannung, wie sich dieses auswirkt.
Dann endlich, nach dem es über „Flüstertüten“ schon wieder einmal vor der offiziellen Bekanntgabe durchgesickert ist, die Bekanntgabe des Wahlergebnisses.
Christian Wulff hat mit absoluter Stimmenmehrheit die Wahl zum Bundespräsidenten gewonnen.

Was ich gestern im Bericht zur Wahl des Bundespräsidenten andeutete, scheint wohl wahr geworden zu sein. Erst im dritten Wahlgang ein Vertrauensbekenntnis.

Dank der vollständigen Übertragung der Wahl des Bundespräsidenten auf Phoenix und den Interviews konnte es gut verfolgt werden. Immer wieder wurde zwar von allen Befragten auf die freie und geheime Stimmabgabe in der Wahlkabine hingewiesen.
Es sollten keine Vorgaben an die Wahlfrauen und Wahlmänner erfolgt seien.
Nach dem zweiten ergebnislosen Wahlgang wurde jedoch auch geäußert, dass noch einmal in den Fraktionen die Ansprachen gehalten wurden. Auch mit dem Hinweis auf die besondere Bedeutung der Stimmabgabe.

Genau solch ein Verhalten, wenn die Koalitionäre mit einer mehr als ausreichenden Anzahl von Wahlfrauen und Wahlmännern es bis zum dritten Wahldurchgang kommen lassen, eröffnet sich der Raum für reichlich Spekulationen über den Zustand der Koalition und die Regierungsfähigkeit der Kanzlerin.

Hier noch ein paar Links Spiegel Online: Bundesversammlung,
Spiegel Online: Presseschau,
FTD: Puh war das knapp,
FTD: Präsidentenwahl Wulff rettet sich ins Schloss Bellevue.

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