Tank- und Rastanlage ‚Ravensberger Land‘

Wer das Vergnügen hat in der Nähe der Autobahn A2 im Ortsteil Elverdissen der Stadt Herford zu wohnen, bekommt demnächst zum bestehenden Verkehrslärm der LKW´s und Auto´s auch noch den Betriebslärm einer Raststätte geboten.

Der Grund für diese Raststätten-Neubau-Planung liegt an den mangelnden Parkplätzen für LKW-Fahrer, deren Fahr- und Ruhezeiten verbessert wurden. Des einen Freud bedeutet hier des anderen Leid.

Die Anwohner sind ja doch schon jetzt „sehr erfreut“ über die ständig zu vernehmenden Fahrgeräusche und ihnen „fehlt nichts mehr“ als auch noch in den späten Abend- und Nachtstunden die An- und Abfahrts- sowie die Türenklappgeräusche der „rollenden Warenlager“ für einen „noch besseren Schlaf“. Dieser dürfte dann wohl weder zu Tages- noch Nachzeiten stattfinden. Von der Geräuschen der rollenden Züge der DB bei entsprechender Witterungslage mag man schon gar nicht reden.

Der gesamte Lärm durch Fahrzeuge aller Art sollte meines Erachtens in dem Planfeststellungsverfahren einbezogen werden. Es muss für jeden möglich sein, nach seiner Arbeit auch den verdienten Schlaf zu finden.

Nicht zu vergessen ist dabei die Luftverschmutzung durch den Betrieb einer Tank- und Rastanlage. Ebenso ist meines Erachtens eine Gewährleistung bezüglich der Luftqualität erforderlich, die im gesamten betroffenen Herforder Bereich nicht zu überhöhten Immisionen führen darf. Beim Anhalten und Starten entstehen schließlich höhere Luftverschmutzungen als während eines gleichmäßigen Laufen eines Motors. Schließlich benötigt jedes Lebenwesen auch eine gewisse Menge sauberer Luft zum Atmen jederzeit, jeden Tag und rund ums Jahr. Wer will schon krank werden, nur weil ein Parkplatz benötigt wird.

Die Grundwasserversorgung ist ein weiterer wichtiger Punkt, welcher auch nicht unproblematisch sein dürfte. Schließlich wird an einer Tankstelle nun einmal mit Öl-Produkten gehandelt. Bei guter Allgemeinbildung ist jedem bekannt, mit welcher geringen Menge hier schon Naturkatastrophen auszulösen sind.

Im Schall-Bereich eines Raststättenbetriebes ist auch die Wertminderung des Eigentums nicht ganz unproblematisch. Diese Problematik will auch bedacht werden.

Der Schutz der heimischen Fauna sollte bei der Beurteilung der Eignung des Platzes nicht außer Acht lassen. Schließlich ist bei uns heute eine nach dem Bundesartenschutzverordnung als besonders geschützt eingestufte Erdkröte vorgekommen, welche zuerst nur ein halbtoter Frosch war. Siedelt vielleicht ihre Verwandschaft auf dem geplanten Gelände? 😉

Aus eigener Erfahrung möchte ich nicht wie die Initiative für Herford auf das Planfeststellungsverfahren warten. Damals war es nur die Mülldeponie Diebrock. Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens wurden Gutachten erstellt. Aus Umweltschutzgründen wäre ein anderer Standort weitaus besser geeignet gewesen. Man hatte sich aber schon mal politisch für den Standort entschieden.
Nur gut, dass dieses Projekt dann doch noch gescheitert ist.

Von Seiten des SPD Ortsvereins Elverdissen ist man wohl etwas reger, wenn es auch dieses Mal nur heißt:
Wir haben viele Probleme und wollen darüber reden. Reden wir – aber über alle Fakten!

Vor allem mit dem Bundesumweltminister Sigmar Gabriel auf dem SPD-Familienfest am 13.Oktober 2007 Fest unter dem Motto „Den Klimawandel gestalten“.
Als Zusatz könnte man anfügen, besonders in Herford-Elverdissen durch die neu geplante Tank- und Rastanlage ‚Ravensberger Land‘!

Weniger „rollende Warenlager“ in Form von LKW´s auf den Straßen reduziert auch nachhaltig den CO²-Ausstoß sowie die Unfallgefahren auf den Autobahnen. Dieses Problem mit konstruktiven Mitteln anzugehen bringt meines Erachtens für alle die beste Lösung. Wie heißt es in der Werbung so schön? – Packen wir ´s an!

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